Vereinigung der Daoisten in China


Baiyun-von Robert Friedler-nicht frei

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Die „Vereinigung der Daoisten Chinas“ (Zhong Guo Dao Jiao Xie Hui) wurde bereits 1957 gegründet und hat ihren Sitz im daoistischen Tempel Baiyun (Bai Yun Guan) in Beijing (Peking). Sie ist die erste einheitliche Organisation für alle Daoisten in der chinesischen Geschichte. Alle fünf Jahre wird eine nationale Versammlung einberufen. Die gewählten Vertreter dieser Versammlung bestimmen einen Vorstand, der die angeschlossenen daoistischen Gemeinschaften leitet. Der Vorstand amtiert fünf Jahre. Spätestens nach sechs Jahren aber muss eine neue Wahl stattfinden. Die Vorstandsmitglieder können wieder gewählt werden. Der Vorstand hat die Aufgabe die Beschlüsse der nationalen Vertreterversammlung durchzuführen, diskutiert und bestimmt die wichtigen Angelegenheiten innerhalb der Vereinigung in China.

1998 änderte die „Vereinigung der Daoisten Chinas“ ihr Statut und hat sich die folgenden Aufgaben estellt:
Meinungen und Ansprüche der Daoisten zu artikulieren, die Volksregierung bei der Durchführung der Religionspolitik und der entsprechenden Bestimmungen zu unterstützen, von der kommunistischen Regierung als „legale“ und damit offiziell anerkannte daoistische Aktivitäten zu fördern und gesetzwidrige Aktivitäten zu unterbinden (hierzu zählen insbesondere leider die daoistischen Praktiken der Sexual-Magie), die Verwaltung der Stätten des Daoismus zu leiten und zu kontrollieren, den Daoismus zu stärken, den Dienst am sozialistischen Aufbau durch die Daoisten zu fördern, Produktion und Dienstleistungen zum Wohle der Gesellschaft zu organisieren und für Wohltätigkeitsveranstaltungen zu werben. Außerdem muß sich die chinesische „Vereinigung der Daoisten“ um die eigenen Finanzen kümmern, die daoistische Hochschule und daoistische Kurse lokaler daoisitischer Gemeinschaften leiten und daoistische Fachkräfte ausbilden. Ferner soll die Vereinigung wichtige daoistische Aktivitäten planen und organisieren, daoistische Kanons, historische und kulturelle Materialien sammeln, erforschen, kollationieren und herausgeben, die gegenwärtige Situation des Daoismus untersuchen und protokollieren (aus Überwachungsgründen), daoistische Kulturgegenstände, Tempel und historische Sehenswürdigkeiten schützen, aber erfreulicherweise auch Kontakte mit Daoisten in Taiwan, Hong Kong, Macao und im Ausland verstärken und so den internationalen Verkehr pflegen.

Außer der übergeordneten „Vereinigung der Daoisten Chinas“ als Dachverband gibt es im Lande 133 anerkannte daoistische Organisationen oberhalb der Kreisebene. Die „Vereinigung der Daoisten Chinas“ verfügt über die Zeitschrift „Der chinesische Daoismus“, die alle zwei Monate erscheint und wird auch im Ausland vertrieben wird. Andere Zeitschriften wie „Der Daoismus in Shanghai“ und „Der Daoismus in Fujian“ werden von lokalen Vereinigungen der Daoisten veröffentlicht. Der übergeordneten „Vereinigung der Daoisten Chinas“ untersteht auch ein Forschungsinstitut für daoistische Kultur, das den Austausch zwischen chinesischen und ausländischen daoistischen Gelehrten organisiert und wissenschaftlich den Daoismus erforscht.